Schlafprobleme sind sehr häufig – zum Glück gibt es viele bewährte, alltagstaugliche Tipps, die oft helfen. Ich teile sie in schnell wirksame und langfristige Massnahmen ein.
Sofort wirksame Tipps (für heute Nacht)
1. Feste Schlafenszeiten
- Jeden Tag (auch am Wochenende) möglichst zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen. Das stabilisiert den inneren Rhythmus. Beste Schlafenszeit ist vor 24 Uhr. 21.30 – 22.00 Uhr wäre optimal.
2. Handy & Bildschirm 60–90 Min. vor dem Schlafen meiden
- Blaues Licht hemmt Melatonin (Schlafhormon)
- Besser: lesen, leise Musik, Tagebuch
3. Gedanken „parken“
- Schreib vor dem Schlafengehen alles auf, was dich beschäftigt. So kann das Gehirn loslassen und du vergisst nichts, was dich ansonsten in der Nacht plagt.
4. Atemübung (sehr effektiv)
- 4 Sekunden einatmen
- 6–8 Sekunden ausatmen
- 5 Minuten
Atmen aktiviert den Entspannungsnerv (Vagus). Siehe auch hier…
5. Nicht im Bett wach liegen
- Wenn du nach 20–30 Min. nicht schläfst: aufstehen, etwas Ruhiges tun.
Bett = Schlafen, nicht Grübeln.
Langfristige Verbesserungen
1. Abendroutine entwickeln
- Immer gleiche Abfolge (z.B. Tee – jedoch Vorsicht: Harndrang in der Nacht, Lesen, Dehnen)
- Signal an den Körper: „Jetzt ist Schlafzeit“
7. Koffein & Alkohol beachten
- Nach 15 Uhr keinen Kaffee, Energydrinks oder Cola trinken
- Alkohol macht müde, verschlechtert aber die Schlafqualität. Mit Alkohol kannst du ev. gut einschlafen, doch nach 2 bis 4 Stunden bist du wieder hellwach, oft mit Kopfschmerzen.
8. Bewegung – aber richtig
- Tagsüber regelmässig bewegen, auch Sport treiben.
- Kein intensiver Sport spät abends
9. Schlafzimmer optimieren
- Kühl (ca. 16–18 °C)
- Fenster nur öffnen, wenn lärmfrei
- Dunkel & ruhig
- Bett nur zum Schlafen oder ausruhen aufsuchen nicht zum Arbeiten
10. Morgens Tageslicht
- 10–30 Minuten Tageslicht am Morgen stellt die innere Uhr neu ein.
Grübel-Notfalltechnik im Bett
Wenn Gedanken kreisen:
- Sag innerlich: «Denke ich gerade – oder schlafe ich?»
- Lenke die Aufmerksamkeit sanft zum Körper (Atmung, Gewicht der Decke)
Gedanken verlieren ihre Macht, ohne bekämpft zu werden.
Durchschlafprobleme (Aufwachen in der Nacht)
Häufiger Fehler, wenn du denkst: «Oh nein, ich bin wach – morgen bin ich fertig.»
Das aktiviert Stress und hält dich wach.
Besser:
- Bleib ruhig liegen
- Keine Uhr anschauen
- Sag dir: «Mein Körper ruht auch im Wachsein.»
Ein ‚blöder‘ Tipp, wirkt aber sehr gut
Schau im TV einen ruhigen Film (kann auch ein Krimi, ohne Werbung) sein, den du schon ein- oder zweimal gesehen hast. In einer 1/4 Stunde kannst du einschlafen.