Kreatin ist eine natürlich im menschlichen Körper vorkommende Substanz, die hauptsächlich an der Energieproduktion in Muskeln und Gehirn beteiligt ist. Es wird auch natürlich im Körper vieler Tiere gebildet, die wir essen. Wenn wir also deren Muskeln verzehren, nehmen wir auch etwas Kreatin über die Nahrung auf. Wir benötigen etwa zwei Gramm pro Tag. Fleischesser nehmen daher etwa ein Gramm über die Nahrung auf, den Rest produziert ihr Körper selbst. Es gibt seltene angeborene Defekte, bei denen der Körper nicht in der Lage ist, Kreatin zu produzieren. In diesem Fall muss es vollständig über die Nahrung aufgenommen werden. Ansonsten kann unser Körper jedoch ausreichend Kreatin bilden, um normale Konzentrationen in unseren Muskeln aufrechtzuerhalten.
Wenn Menschen auf Fleisch verzichten, sinkt die Kreatinmenge in ihrem Blutkreislauf. Im Gehirn bleibt die Menge jedoch gleich, da das Gehirn die benötigte Menge an Kreatin selbst produziert. Der Kreatinspiegel in der Muskulatur von Vegetariern/Veganer ist zwar niedriger, doch scheint dies die Leistungsfähigkeit nicht zu beeinträchtigen, da sowohl Vegetarier/Veganer als auch Fleischesser auf eine Kreatinsupplementierung (wo dies nicht notwendig ist) mit einer ähnlichen Steigerung der Muskelkraft reagieren. Wäre der Kreatinspiegel in der Muskulatur von Vegetariern/Veganer unzureichend, hätte der Anstieg vermutlich noch deutlicher ausgefallen. Kurz gesagt: Wer Fleisch isst, muss einfach weniger Kreatin produzieren.
Wenn der Kreatingehalt in der Muskulatur mit zunehmendem Alter sinken würde, könnte dies den altersbedingten Muskelabbau erklären. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Muskelbiopsien junger und älterer Erwachsener zeigen keinen Unterschied im Kreatingehalt.
Quelle: https://nutritionfacts.org/video/friday-favorites-what-is-creatine-its-sarcopenia-benefits-and-potential-side-effects/