Wir leben in einer Welt, die Angst vor Schmutz hat. Keime gelten als Bedrohung, Sterilität als Fortschritt. Alles soll sauber, desinfiziert und keimfrei sein – vom Küchenbrett bis zum Immunsystem. Doch genau hier liegt das Problem: Wir bekämpfen etwas, das wir zum Überleben brauchen.
Keime sind keine Feinde. Sie sind Trainer.
Ein Immunsystem ohne Training gerät ausser Kontrolle
Ein Immunsystem, das nie gefordert wird, lernt nicht zu unterscheiden. Es weiß irgendwann nicht mehr, was gefährlich ist – und was harmlos. Die Folge: Es schlägt um sich. Allergien, Asthma und Neurodermitis explodieren seit Jahren (1). Nicht, weil wir zu schmutzig leben, sondern weil wir zu sauber geworden sind.
Wir haben unser Immunsystem in Watte gepackt. Und wundern uns nun über seine Fehlreaktionen.
Steril essen macht krank
Der Hygiene-Wahn endet nicht an der Haustür, sondern auf dem Teller. Hochverarbeitete, konservierte, „tote“ Lebensmittel (und tote Nahrungsergänzungsmittel) – häufig in Plastik verpackt – sind längst Normalität. Sie sind lange haltbar, aber biologisch arm.
Studien zeigen, dass bestimmte Zusatzstoffe das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen können (2). Was praktisch ist, ist nicht automatisch gesund. Und was steril ist, ist oft genau das Gegenteil von lebendig.
Ein bisschen Dreck ist Medizin
Dass der Kontakt mit Mikroben schützt statt schadet, ist kein Bauchgefühl, sondern belegt. Eine finnische Studie zeigte: Kinder, die regelmässig mit Erde, Pflanzen und Moos in Kontakt kamen, entwickelten eine vielfältigere Mikrobiota und mehr regulatorische T-Zellen – eine natürliche Immunstärkung statt künstlicher Abschottung (3).
Auch leichte Infekte in der Kindheit sind kein Unglück, sondern ein notwendiges Trainingslager für das Immunsystem. Wer früh lernt, kommt später besser zurecht (4).
Mehr Sterilität ist keine Lösung
Der reflexhafte Ruf nach immer mehr Schutz, immer besseren Filtern und immer höherer Abschirmung verkennt diese Zusammenhänge. Übermässige Sterilität – etwa durch dauerhaft optimierte Schutzmasken – kann langfristig kontraproduktiv sein (5, 6).
Ein Immunsystem wird nicht stark, indem man es versteckt. Es wird stark, indem man es arbeiten lässt.
Die beste Maske ist Vertrauen
Aus urheimischer Sicht ist die wirksamste „Maske“ kein High-Tech-Produkt. Sie heisst Abstand, gesunder Menschenverstand – und der Schutz der Schleimhäute mit Cystus Pandalis®. Vor allem aber heisst sie: Vertrauen.
Vertrauen darauf, dass unser Immunsystem kein Problem ist, das gelöst werden muss – sondern ein System, das lernen darf.
Quellen:
(1) https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4617537/
(2) Deutsche Apotheker Zeitung, 2026, Nr. 4, S. 50, „Keimfreiheit fördert Diabetes“
(3) https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/mikroben-im-matsch-vielfalt-staerkt-kindliches-immunsystem/
(4) https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/das_mikrobiom_reguliert_die_fitness_des_immunsystems
(5) Deutsche Apotheker Zeitung, 2026, Nr. 4, S. 52 , „Weiterentwickelt, wenig akzeptiert“
(6) https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD006207.pub6/full/de?s=08