Das menschliche Gehirn ist neuroplastisch – das heisst, es kann sich in Struktur und Funktion als Reaktion auf wiederholte geistige Aktivität verändern.
Praktiken, die anhaltende Aufmerksamkeit, emotionale Beteiligung und Reflexion beinhalten – darunter Gebet, Meditation und andere kontemplative Übungen – wurden mit messbaren Veränderungen der Gehirnaktivität in Verbindung gebracht.
Bildgebende Verfahren des Gehirns haben gezeigt, dass während des Gebets oder der Meditation Bereiche, die für Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung zuständig sind, aktiver werden können.
Gleichzeitig kann die Aktivität von Regionen, die mit Stressreaktionen in Verbindung stehen (wie beispielsweise Teile der Amygdala), reduziert sein.
Die langsame, rhythmische Atmung, die oft mit dem Gebet einhergeht, kann zudem das parasympathische Nervensystem stimulieren und so Entspannung und Stressabbau fördern.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Veränderungen im Gehirn nicht allein beim Gebet auftreten. Ähnliche neuronale Muster wurden auch bei säkularen Achtsamkeitsübungen, konzentrierten Atemübungen und anderen kontemplativen Disziplinen beobachtet.
Das Gehirn reagiert auf wiederholtes mentales Training, unabhängig davon, ob es sich um eine religiöse oder nicht-religiöse Praxis handelt. Gebet kann zwar für viele Menschen zu emotionaler Widerstandsfähigkeit und Wohlbefinden beitragen, die Ergebnisse variieren jedoch je nach persönlicher Überzeugung, Regelmäßigkeit der Praxis und dem allgemeinen psychischen Gesundheitszustand.
Studien belegen, dass gezielte mentale Übungen die Gehirnfunktion beeinflussen können, legen aber nicht nahe, dass Gebet eine medizinische oder psychologische Behandlung ersetzen kann, wenn diese notwendig ist.
Hinweis: Dafür braucht es keine Studien, Sie spüren das selber.
Quelle: https://x.com/NextScience