Dyslipidämien sind Störungen der Blutfette. Das klingt harmlos, ist es aber nicht. Gemeint ist ein Ungleichgewicht von LDL, HDL, Triglyzeriden, also jenen Transportstoffen, die Fette im Körper bewegen.
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Wenn dieses System kippt, beginnt ein Prozess, der über Jahre unbemerkt die Gefässe verändert. Es geht nicht nur um „zu viel Fett im Blut“, sondern um falsch verteilte Fette, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen.
Was passiert im Körper?
Eine Dyslipidämie entsteht nicht einfach, weil jemand „falsch isst“. Sie ist ein Systemproblem:
- Genetik: Manche Menschen produzieren zu viel LDL oder bauen es zu langsam ab.
- Insulinresistenz: Der wichtigste Treiber. Sie erhöht Triglyzeride und senkt HDL.
- Chronische Entzündung: Entzündete Gefässe ziehen LDL regelrecht an.
- Leberüberlastung: Die Leber steuert den Fetttransport. Wird sie gestresst, kippt das System.
- Hormonelle Faktoren: Schilddrüse, Stresshormone und Sexualhormone beeinflussen die Fettwerte.
Das Ergebnis: LDL steigt, HDL sinkt, Triglyzeride schiessen hoch und die Gefässe beginnen sich zu verändern.
Wie gefährlich ist das?
Dyslipidämien sind leise. Sie tun nicht weh. Genau das macht sie gefährlich.
- Sie fördern Arteriosklerose: Die Gefässwände verhärten und entzünden sich.
- Sie erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Sie verstärken Bluthochdruck und Insulinresistenz gegenseitig.
- Sie beschleunigen Alterungsprozesse im Gefässsystem.
Es ist kein „Cholesterinproblem“. Es ist ein Regulationsproblem.
Was sagt die Schulmedizin?
Die Schulmedizin betrachtet Dyslipidämien als Risikofaktor für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen.
Diagnostik
- LDL, HDL, Gesamtcholesterin, Triglyzeride
- Lipoprotein(a), ApoB, hsCRP
- Risiko-Scores wie SCORE oder PROCAM
Behandlung
- Statine senken LDL, reduzieren Entzündung, können jedoch Alzheimer auslösen
- Ezetimib hemmt Cholesterinaufnahme. Mit folgenden Nebenwirkungen, die auftreten können: Bauchschmerzen, Durchfall (Diarrhö) und Blähungen. Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen. Gelenkschmerzen und Muskelkrämpfe
- PCSK9‑Hemmer senken LDL stark. Die Nebenwirkungen: Rötung, Schwellung oder Juckreiz direkt an der Einstichstelle, Schnupfen, Halsschmerzen oder Infekte der oberen Atemwege, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen oder leichte Kopfschmerzen, gelegentliche Abgeschlagenheit.
- Fibrate senken Triglyzeride. Die Nebenwirkungen: Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen. Anstieg der Leberwerte im Blut, Muskelschmerzen (Myalgie), Muskelschwäche (Myopathie) und in seltenen Fällen ein schwerer Muskelzerfall (Rhabdomyolyse). Das Risiko steigt bei einer gleichzeitigen Einnahme mit Statinen, Gallensteine (Cholelithiasis), Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen (Juckreiz, Rötung) sowie Potenzstörungen.
- Omega‑3‑Präparate bei sehr hohen Triglyzeriden. Die Nebenwirkungen: Fischiger Nachgeschmack oder Mundgeruch, Aufstossen mit Fischgeschmack, Übelkeit, Sodbrennen, Blähungen oder Durchfall, hohe Dosen können die Blutungszeit verlängern und die Neigung zu Blutergüssen erhöhen, bei sehr hohen Einnahmemengen (oft über 1 Gramm EPA/DHA täglich) zeigen Studien ein leicht erhöhtes Risiko für Vorhofflimmer
Die Schulmedizin fokussiert auf Werte senken, weniger auf Ursachen beheben.
Was kann man selber tun?
Hier beginnt der Teil, der dich wirklich weiterbringt.
Ernährung – der stärkste Hebel
- Ballaststoffreiche pflanzliche Kost senkt LDL und Triglyzeride.
- Weniger Zucker entlastet die Leber.
- Pflanzliche Fette verbessern das Verhältnis von LDL zu HDL.
- Mehr Rohkost reduziert und stoppt Entzündungen.
Gewicht normalisieren
Schon 5–10 % Gewichtsverlust verändert die Fettwerte messbar.
Bewegung – aber richtig
- Moderate Bewegung verbessert die Fettverbrennung.
- Krafttraining erhöht die metabolisch aktive Muskelmasse.
Stress reduzieren
Das Stresshormon Cortisol erhöht LDL und Triglyzeride.
Genügend Schlaf, viel Zeit in der Natur verbringen und Atemübungen (am besten auch in der Natur) wirken direkt und positiv auf den Fettstoffwechsel.
Alkohol reduzieren, noch besser verzichten
Triglyzeride reagieren extrem empfindlich auf Alkohol.
Leber entlasten
Die Leber ist das Zentrum des Fettstoffwechsels.
Verzicht auf Zucker und Alkohol, mehr Pflanzenkost sind wirksamer als Medikamente mit ihren zahlreichen Nebenwirkungen.
