Es gibt eine Frage, die die Ärzteschaft bis heute nicht eindeutig beantwortet hat: Wie gross ist der tatsächliche Nutzen der Medikamente, die täglich millionenfach verschrieben werden. Ein Blick in die Beipackzettel liefert eine deutlichere Antwort als viele Gespräche in der Praxis.
Wer sie nicht liest, verlässt sich auf die Einschätzung seiner Ärztin oder seines Arztes – und genau dort passiert häufig ein Denkfehler: Nebenwirkungen und teils schwere Komplikationen werden oft einfach der Krankheit zugerechnet, als wären sie ein natürlicher Teil des Verlaufs. Doch das ist systemlogisch falsch.
Medikamente können Symptome dämpfen. Aber sie greifen gleichzeitig in ein ohnehin belastetes System ein – und genau das erzeugt Reaktionen, die nichts mit der ursprünglichen Erkrankung zu tun haben.