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Zweit‑ und Drittmeinungen: Mehr Verwirrung, mehr Diagnosen und explodierende Krankenkassenprämien

In der Theorie sollen Zweitmeinungen Sicherheit geben. In der Praxis zeigen sie vor allem eines: Die Medizin ist kein geschlossenes System, sondern ein Flickenteppich aus Perspektiven.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf Substack veröffentlicht.

In der Realität zeigen Zweit‑ und Drittmeinungen vor allem, wie zersplittert die moderne Medizin denkt und wie diese Zersplitterung die Gesundheitskosten jedes Jahr weiter nach oben treibt.

Denn jede zusätzliche Diagnose, jedes neue Bild, jede weitere Therapie ist nicht nur ein medizinischer Akt. Es ist ein Kostenpunkt, der am Ende auf der Prämienrechnung landet.

Warum mehrere Meinungen
selten Klarheit bringen

Jeder Arzt sieht etwas anderes, weil jeder Arzt etwas anderes sucht.

  • Der Rheumatologe sieht Rheuma. Rheuma heisst jedoch vorerst nur Schmerzen.
  • Der Neurologe sieht Nerven.
  • Der Endokrinologe sieht Hormone.
  • Der Orthopäde sieht Verschleiss.
  • Der Psychiater sieht Stress.

Das Symptom bleibt gleich, die Interpretation wechselt.

Diagnosen sind Perspektiven, keine Wahrheiten.
Und je mehr Perspektiven ein Patient einholt, desto mehr Diagnosen entstehen.

Fallbeispiel 1: Die Frau mit den sieben Diagnosen

Eine Klientin kam zu mir in die Praxis mit zwei prall gefüllten Ordnern:

  • 5 Ärzte
  • 7 Diagnosen
  • 3 CTs zu je ca. 1’2000 Bildern
  • 2 MRTs zu je ca. 400 Bildern
  • 14 Laboranalysen mit unzähligen Werten
  • 6 Therapieempfehlungen mit ganz unterschiedlichen Medikamenten

Sie hatte nicht sieben Krankheiten.
Sie hatte sieben Interpretationen.

Und jede Interpretation erzeugte hohe Kosten.

Nach ihrem Besuch bei mir hatte sie endlich Klarheit und sie wusste, was sie selber tun konnte, damit es ihr wieder gut geht. Eigentlich hatte sie keine Krankheit, nur ihr System war stark belastet. Kostenpunkt bei mir 490.— gegenüber der Schulmedizin rund 19’000.—.

Warum jeder Arzt alles wiederholt –
und warum das teuer ist

Jeder Arzt vertraut nur den Daten, die er selbst erhoben hat.
Darum wiederholt jeder:

  • CT
  • MRT
  • Blutbilder
  • körperliche Untersuchung

Das ist keine Präzision.
Das ist medizinische Redundanz.

Und Redundanz ist teuer.

Fallbeispiel 2: Der Mann mit drei Meinungen
und dreifachen Kosten

Ein Klient bekam drei Meinungen zu Rückenschmerzen.

Er erhielt:

  • 3 MRTs
  • 3 Blutbilder
  • 3 Diagnosen
  • 3 Therapiepläne

Die Kosten für die Krankenkasse: über 12’000.—.
Die Erkenntnis für den Patienten: null.

Denn die drei Diagnosen widersprachen sich gegenseitig. Schlussendlich hat sich bei mir in der Praxis herausgestellt, dass der Mann nur an dauerkontrahierten Muskeln im Gesäss (Ischias) und verkümmerten Muskeln im Schulterbereich litt. In einer Stunde habe ich ihm gezeigt, wie er seine Muskeln lösen kann. Was er selber tun kann, damit das nie mehr passiert. Kostenpunkt 198.—.

Unterschiedliche Diagnosen erzeugen unterschiedliche Therapien und Kostenlawinen, die wir alle mittragen

Wenn Diagnosen variieren, variieren auch die Therapien:

  • Entzündung = Entzündungshemmer
  • Autoimmunität = Immunsuppressiva
  • Stress = Psychopharmaka
  • Verschleiss = Schmerzmittel
  • Lebensstil = Ernährung, Bewegung, Schlaf

Jede Therapie kostet.
Und jede Fehldiagnose kostet doppelt: Geld und Gesundheit.
Und jedes Medikament hilft nur für kurze Zeit, oft nur für Stunden. Nebenwirkungen, die oft auftreten, werden wiederum mit Medikamenten behandelt und zur Krankheit gezählt. Ein Irrsinn!

Fallbeispiel 3: Die Frau mit „Autoimmunerkrankung“,
die keine war

Eine Klientin erhielt:

  • Diagnose 1: Gelenkschmerzen, wahrscheinlich entzündet
  • Diagnose 2: Arthritis, eine Autoimmunerkrankung
  • Diagnose 3: Stressbedingte Schmerzen
  • Diagnose 4: abgenutzte Gelenke, Arthrose

Therapieempfehlungen:

  • Cortison und weitere Immunsuppressiva
  • mehrere Schmerzmittel
  • Protonenpumpenhemmer (lieblich gesagt: Magenschoner)
  • Psychopharmaka

Die Ursache war banal:
*Überlastung, Bewegungsmangel, Ernährung mit zu viel Kalzium, das sich in Blutgefässen und Gelenken abgelagert hat.

Die teuerste Diagnose (Autoimmunerkrankung) war die falsche.
*Die günstigste Diagnose bei mir in der Onlineberatung war die richtige. Zum Glück hatte sie noch keine Medikamente genommen, denn Cortison lässt Gelenke schnell „verformen“. Immunsuppressiva lösen eine Autoimmunerkrankung erst aus, es steht sogar im Beipackzettel, den niemand liest.

Warum die Krankenkassenprämien
steigen und steigen

Die Formel ist brutal einfach:

Mehr Diagnosen. Mehr Behandlungen.
Mehr Kosten = höhere Prämien.

Die Medizin hat keinen Mechanismus, der Überdiagnosen stoppt.
Sie hat nur Mechanismen, die sie finanzieren.

Fallbeispiel 4: Die 150’000.— Patientin

Eine Klientin mit chronischen Schmerzen suchte über zwei Jahre 11 Ärzte auf. Ergenis:

  • 19 Diagnosen
  • 27 Bildgebungen
  • 41 Laboranalysen
  • 12 Medikamente, ab und zu sogar gegen 20

Sie wurde kränker und kränker, kam sehr schwach im Rollstuhl zu mir in die Praxis. Ihr Mann, der sie begleitet hat, war ausser sich und hatte grosse Angst um seine Frau. Niemand kann helfen, alle probieren nur Medikamente aus.

Kosten für die Krankenkasse: über 150’000.—.
Die tatsächliche Ursache: Lebensstil, zu wenig Schlaf, vor allem Ernährung und Stress. Dann aber auch die vielen Medikamente, die sie einnahm. Diese ruinierten ihre Gesundheit komplett.

Die Medizin behandelte Symptome.
Niemand behandelte das Leben.

Nach meiner umfassenden Beratung und Nachbetreuung über 3 Monate (Kostenpunkt 950.—) hat sie es geschafft…

Was fehlt: Die Diagnose, die das Leben erklärt

Die meisten Diagnosen erklären, was der Patient hat.
Fast keine erklärt, warum. Die Ursache ist kein Thema, diese bringt kein Geld in die Kasse der Schulmedizin. Warum? Ursachen kann man gezielt beheben. In der Regel ohne Medikamente.

Und genau deshalb entstehen so viele Diagnosen.

Wenn das Leben nicht verstanden wird, muss das Symptom interpretiert werden.
Und jede Fachrichtung interpretiert anders. Jeder Facharzt ist nur für einen kleinen Bereich des Körpers ausgebildet und zuständig.

Die Medizin sieht den Körper.
Aber sie sieht selten das Leben, das ihn formt.

Was Menschen wirklich brauchen

Nicht fünf Diagnosen.
Nicht sieben Therapien.
Nicht zehn CT‑Bilder.
Ja, kaum ein Medikament. Medikamente können im Notfall Leben retten, doch bei chronischen Krankheiten richten sie mehr Schaden an.

Sondern:

  • eine Lebenslogik
  • eine Systemperspektive
  • eine Erklärung, die das Leben einbezieht
  • Verständnis und Wissen

Denn der Körper ist kein medizinisches Rätsel.
Er ist ein biografisches Ergebnis.

Schlussgedanke

Zweit‑ und Drittmeinungen sind nicht falsch.
Aber sie sind nur dann sinnvoll, wenn man versteht, dass sie keine Wahrheiten liefern, sondern immense Kosten erzeugen.

Wer die Lebenslogik erkennt, braucht weniger Diagnosen und entlastet nicht nur sich selbst, sondern auch das Gesundheitssystem.

Mit Ernährung, Bewegung, Stressreduktion gestalten wir unsere Gesundheit. Mehr braucht es nicht, weniger aber auch nicht.